Klimaschutzpolitik ist auch Sozialpolitik

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sprach über Klimaschutz und Sozialpolitik als zwei Seiten einer Medaille.

08.05.2015 | Beeindruckt zeigte sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks von den bisherigen Ergebnissen des Stromspar-Check PLUS: „Die Stromsparhelfer und die beteiligten Haushalte haben sich nicht nur um das Klima verdient gemacht. Sie haben auch dabei geholfen, die Energierechnung zu senken. Das ist ein schönes Beispiel dafür, dass Klimaschutzpolitik auch Sozialpolitik sein kann. Bei der Weiterentwicklung von Klimaschutz und Energieeffizienz müssen wir die Perspektive einkommensschwacher Haushalte immer mit bedenken."

Der Berliner Stromsparberater Lutz Machalewski (l.) wünschte sich von Umweltministerin Hendricks, auch weiterhin Haushalten mit geringem Einkommen helfen zu können.

Bundesweit haben über 170.000 Haushalte mit geringem Einkommen rund 130 Euro Stromkosten pro Jahr eingespart. Das sind sogar 25 Prozent mehr als ursprünglich prognostiziert, wie Messungen ein Jahr nach der Erstberatung jetzt ergeben haben. Der Grund: die Mieter haben durch ein Umdenken ihr Nutzerverhalten auch langfristig geändert.

Die Stichproben ergaben, dass die Haushalte mehr sparen, als allein durch den Einsatz der kostenlos ausgegebenen Energiespartechnik errechnet wurde. Damit zeigte sich, dass die intensive Beratung vor Ort zu einem veränderten Nutzerverhalten geführt hat. Nahmen die Haushalte zusätzlich die Möglichkeit in Anspruch, sich den Austausch eines über zehn Jahre alten Kühlgerätes gegen ein hocheffizientes Neugerät mit 150 Euro bezuschussen zu lassen, sank die Stromrechnung um weitere 100 Euro.

Der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen (eaD) Michael Geißler sagte: „Der Stromspar-Check PLUS zeigt, dass man durch gezielte Beratung vor Ort spürbare Verhaltensänderungen bewirken kann. Und er leistet einen Beitrag zum Klimaschutz durch Reduzierung von Energieverbrauch und CO2-Emissionen.“ Prof. Dr. Georg Cremer, Generalsekretär des Deutschen Caritasverband ergänzte: „Gerade mit Blick auf hohe Strompreise ist der Stromspar-Check eine wichtige Entlastung für Haushalte mit geringem Einkommen, die präventiv gegen Energiearmut wirkt.“

Die 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Praxis, Politik, Kommunen, Umwelt-, Sozial- und Verbraucherverbänden sowie der Wissenschaft diskutieren zudem über die europäischen Dimensionen der Energiearmut, die Herausforderungen für die Kommunen sowie die Frage, wie man die ganze Gesellschaft auf dem Weg der Energiewende mitnehmen kann. 

Gruppenfoto: Das Team vom Stromspar-Check PLUS

Stromspar-Check im Video

Der Stromspar-Check im Video vorgestellt – sechs Minuten, die alles erklären. Hier bei Vimeo ansehen.