Caritas zur Bekämpfung von Energiearmut

Der Deutsche Caritasverband hat zusammen mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und dem Bundesprojekt Stromspar-Check PLUS eine Studie erstellt, welche die tatsächlichen Stromkosten von Grundsicherungsempfängern analysiert und den Anteilen für Strom in den Regelbedarfen der Grundsicherungsleistungen gegenübergestellt.

In einem Positionspapier greift der Deutsche Caritasverband die Ergebnisse des empirischen Vergleichs auf und macht deutlich, welche Maßnahmen zur Bekämpfung von Energiearmut notwendig sind:

  • Die Anteile für Strom im Regelbedarf reichen nicht aus, um die Stromkosten von Haushalten im Grundsicherungsbezug zu decken. Der Stromanteil im Regelbedarf muss deswegen nach Ansicht der Caritas auf Basis der durchschnittlichen Stromkosten der Grundsicherungsempfänger berechnet werden. Dies gilt auch für den Stromanteil in den Regelbedarfen für Kinder und Jugendliche.
  • Der Mehrbedarf für die dezentrale Aufbereitung von Warmwasser mit Strom ist als prozentualer Zuschlag zum Regelbedarf ausgestaltet. Um zumindest im Durchschnitt bedarfsdeckend zu sein, müssen die Prozentwerte erhöht werden.
  • Es muss eine Möglichkeit geschaffen werden, auf kurzfristige, außergewöhnlich hohe Preissteigerungen im Bereich Strom auch außerhalb der jährlichen Fortschreibung zu reagieren und die Regelbedarfe ggf. anzupassen.
  • Für Haushalte mit geringem Einkommen müssen kostenfreie Angebote für eine umfassende Energieberatung zur Verfügung stehen.
  • Stromsperren machen ein geregeltes Alltagsleben so gut wie unmöglich. Sie müssen deswegen vermieden werden. Bei Stromschulden ist mit Einverständnis der Grundsicherungsempfänger ein Verfahren zu vereinbaren, um die Energieversorgung sicherzustellen. Prepaid-Zähler können außerdem helfen, eine Stromsperre zu vermeiden. Des Weiteren müssen Beratung angeboten werden und die Abschlagszahlungen regelmäßig mit den tatsächlichen Kosten verglichen werden.

 

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