02.04.2014

Umweltministerin Barbara Hendricks startet Kühlgerätetauschprogramm

Das Bundesumweltministerium bezuschusst den Austausch von ineffizienten Kühlgeräten in Haushalten mit geringem Einkommen.

Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks bei der Auftaktpressekoferenz in Berlin

In Haushalten mit geringem Einkommen führen alte und damit „stromfressende“ Kühlgeräte oftmals zu einer erheblichen finanziellen Belastung. Hier schafft die bundesweite Aktion Stromspar-Check PLUS jetzt praktische Abhilfe. Im Rahmen eines Stromspar-Checks können Bezieher von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld und deren Familien jetzt einen 150 Euro-Gutschein für den Kauf eines energieeffizienten A+++- Kühlschrankes oder einer Kühl-Gefrier-Kombi erhalten. Das Austauschgerät muss älter als zehn Jahre sein und das Neugerät mehr als 200 kWh pro Jahr einsparen. Dadurch können diese Haushalte ihre Stromrechnung um 60 bis 120 Euro pro Jahr reduzieren.

Der Kühlgerätetausch ist Teil des Stromspar-Checks PLUS, den der Deutsche Caritasverband und der Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) bundesweit in über 150 Städten und Landkreisen anbieten. Der Kühlgerätetausch startet zunächst in 67 Kommunen und wird nach und nach auch auf die übrigen Standorte ausgeweitet.

Seit Projektstart 2008 haben sich an den Stromspar-Checks mehr als 125.000 einkommensschwache Haushalte beteiligt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative finanziert. Insgesamt können in den nächsten zwei Jahren 16.000 Gutscheine für neue Kühlschränke und Kühl-Gefrierkombis ausgegeben werden.

Caritas Generalsekretär Prof. Georg Cremer: „Wer auf staatliche Unterstützung angewiesen ist, den treffen hohe Energiepreise besonders hart. Mit den Stromspar-Checks konnten wir schon vielen Menschen helfen. Da ist die Möglichkeit, einen Kühlschrank mit hohem Energieverbrauch gegen ein energiesparendes Modell auszutauschen, ein weiterer wichtiger Schritt. So werden die Geldbeutel armer Menschen entlastet und aktive Energiesparpolitik betrieben.“

Der stellvertretende eaD-Vorstandsvorsitzende Rainer Schüle, Geschäftsführer der Energieagentur Regio Freiburg: „Etwa ein Viertel des Stromverbrauchs in Deutschland geht auf das Konto der privaten Haushalte. Um die Klimaschutz- und Energiewendeziele zu erreichen müssen wir die Energieeffizienz in diesem Bereich zu steigern. Im Kühlgerätetauschprogramm stellen wir eine reale Einsparung sicher, indem wir ausschließlich den Tausch von Geräten in gleicher Größe oder kleiner bezuschussen, um Bumerang- oder Rebound-Effekte zu vermeiden. Und selbstverständlich müssen Altgeräte fachgerecht entsorgt und dies auch nachgewiesen werden.“

Der Stromspar-Check PLUS besteht aus zwei Hausbesuchen: Zunächst ermitteln und analysieren umfassend geschulte Stromsparhelfer in der Wohnung den Energie- und Wasserverbrauch der Haushalte. Bei einem zweiten Haushaltsbesuch bauen sie Energiesparartikel wie Energiesparlampen, schaltbare Steckerleisten und Durchflussbegrenzer mit einem Wert von durchschnittlich ca. 70 Euro ein. Zudem geben die Stromsparhelfer – selbst ehemalige Langzeitarbeitslose – in dieser Beratung auf Augenhöhe Tipps zur Nutzung sowie zum energieeffizienten Verhalten im Alltag.

Jeder Haushalt spart mit dieser Hilfe zur Selbsthilfe durchschnittlich 150 Euro an Energieund Wasserkosten pro Jahr ein, wie die projekteigene Datenerfassung belegt. Langfristig werden so insgesamt mehr als 244.000 Tonnen CO2-Emmissionen vermieden. Von den niedrigeren Energieverbräuchen profitieren neben den einzelnen Haushalten auch die Kommunen und der Bund: Sie tragen bei Beziehern von Arbeitslosengeld II die Kosten der Unterkunft und haben somit bereits 32 Millionen Euro eingespart.

Download als .pdf

10 Jahre Stromspar-Check – alles zum Jubiläum!

Vor zehn Jahren startete das Projekt Stromspar-Check in knapp 60 Standorten, mittlerweile gibt es den Stromspar-Check in mehr als 150 Städten und Landkreisen. Wer wie wo unser 10-Jähriges feiert, das sehen Sie hier.